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Focus Stacking – Endlich scharfe Gummibärchen

Manchmal setzt die Physik uns Grenzen, die wir nur schwer oder gar nicht überwinden können! Die Kamera kann ledliglich an einem Punkt bzw. auf eine bestimmte Entfernung des Motivs fokussieren. Es ist also nur ein Punkt im Bild tatsächlich komplett scharf. Dies hat die Kamera mit unserem Auge gemeinsam, denn auch wir können lediglich auf nur einem Punkt dessen fokussieren, das wir betrachten.

Die Blende und die Schärfentiefe

Wollen wir nun mehr als nur einen kleinen Bereich des Bildes scharf darstellten, geht dies über das gezielte Verstellen der Blende, dabei gilt grundsätzlich: „Je weiter die Blende geschlossen wird, desto höher wird der Bereich der Schärfentiefe“, es wird also ein größerer Bereich scharf dargestellt. Doch dies ist nur ein Teil der Wahrheit, denn neben dem Blendenwert ist außerdem noch die Entfernung zum Motiv ein entscheidender Faktor für die Verteilung der Schärfentiefe!

Schärfentiefe und Entfernung im Nahbereich

Gerade im Nahbereich zeigt sich das Problem des sehr geringen Schärfentiefenbereichs. Fokussieren wir ein Objekt im Nahbereich, wollen wir häufig den Hintergrund unscharf darstellen, doch das Problem entsteht spätestens dann, wenn wir im Nahbereich arbeiten, um auch im Nahbereich ein Objekt vollständig scharf darzustellen, wie es beispielsweise in der Makrofotografie, der Fotografie kleiner Gegenstände, Produkte und auch in der Foodfotografie der Fall ist.  Hier sehen wir schnell, dass wir selbst bei vollständlig geschlossener Blende lediglich einen eher kleinen Schärfentiefenbereich abbilden können. Hier gilt grundsätzlich: „Je geringer der Abstand zum zum Motiv und je höher die Brennweite, desto kleiner wird der Schärfentiefebereich!“

Maximale Schärfentiefe – Ein Beispiel:

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Bei einer handelsüblichen Canon 750D wäre bei der höchsten Brennweite von 55mm und einem Objektabstand (Fokuspunktentfernung) von 30cm (Nahauslösegrenze des EFS f1:3.5-5.6 18-55mm Standardobjektivs) wäre der Bereich der Schärfentiefe bei Blende f5.6 gerade einmal 4mm groß, lediglich der Bereich zwischen 29,8cm und 30,2cm wäre scharf dargestellt.

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Selbst bei einer weit geschlossenen Blende von f22 ist der Schärfentiefenbereich nur 2cm groß, es würde der Bereich von 29cm bis 31cm scharf dargestellt werden. Hinzukommt noch das Problem der Beugungsunschärfen, die bei einer zu geringen Blendenöffnung auftreten können und zu ungewollten Unschärfen führen. Außerdem wird die Schärfentiefe immer über das gesamte Bild verteilt, es werden also auch Bereiche scharf, die für das eigentliche Motiv im Grunde gar keine Rolle spielen.

Natürlich kann man dieses Problem mit einer professionellen und speziellen Kameraausrüstung und der entsprechenden Technik lösen, eine Lösung wäre eine Fachkamera und die Möglichkeit des Scheimpfug-Tilt, auch ein Tilt-Shift Objektiv für eine Spiefelreflexkamera kann eine Lösung für diese Herausforderung sein. Diese Möglichkeiten sind allerdings recht kostspielig.

Focus Stacking – eine günstige und relativ einfache Lösung

Die technischen Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung bieten eine kostengünstigere und effiziente Lösung, die auch für Hobbyfotografen, ambitionierte Amateurfotografen und auch professionelle Fotografen sehr gute Ergebnisse bietet.

Grob gesagt ist Focus Stacking nichts anderes als ein Zusammensetzen des Bildes aus mehreren Bildern, mit mehreren Fokuspunkten. Was dem natürlichen Sehen des menschlichen Auges entspricht, denn auch wir sehen uns Objekte an mehreren Stellen an, fokussieren diese und so entsteht in unserem Kopf ein Erinnerungsbild, das durchgängig scharf ist.

Zunächst brauchen wir von unserem Objekt ein paar Aufnahmen, bei denen wir an unterschiedlichen Punkten fokussieren.

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Nachdem wir die Bilder gemacht haben, werden diese dann in Photoshop über Datei – Automatisieren – Photomerge geöffnet.

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Durch diese Funktion werden die Bilder in Photoshop geöffnet, mehrere Ebenen werden übereinander gelegt und so ausgerichtet, dass das Objekt auf jeder Ebene genau übereinander angelegt wird.

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Nachdem die Bilder geöffnet sind, markiert man nun alle Ebenen und lässt diese Ebenen über Bearbeiten – Ebenen automatisch überblenden neu berechnen.

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Die Bilder sollten gestapelt werden und der Haken bei „Natlose Töne und Farben“ kann gesetzt werden, um eventuelle Farbtonunterschiede auf anzupassen.

Durch diese Funkton berechnet Photoshop die einzelnen Ebene neu und legt auf jeder einzelnen Ebene eine Ebenenmaske an. Diese Ebenenmasken enthalten nun ausschließlich die scharfen Bereiche. Mit Ausnahme einer Ebene, die auch die vollständigen unscharfen Bereiche enthält, denn das was auf allen Ebenen unscharf war, wird auch unscharf bleiben.

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Die angelegten Ebenenmasken könnten nun auch noch einzeln bearbeitet und ggf. entsprechend angepasst werden, falls bei der automatischen Berechnung etwas schief gelaufen ist. Wenn alle Bearbeitungen erledigt sind, können alle Ebenen auf eine Ebene reduziert werden, eventuelle Ränder abgeschnitten werden und schon haben wir ein durchgängig scharfes Bild, mit der Schärfe an den Stellen, wo wir sie brauchen.

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Welche Möglichkeiten Photoshop noch bietet und wie man mit Ebenen, Ebenenmasken und Co. gezielt arbeiten und mehr aus seinen Bildern machen kann, erfahren Sie übrigens auch in meinem Fotokurs zum Thema Bildbearbeitung mit Photoshop. Schaut gerne mal rein.

Fotografie und Bildmanipulation sind untrennbar miteinander verbunden

In meinen Fotokursen und auch in Gesprächen mit anderen Fotografen spielt das Thema Bildbearbeitung und Bildmanipulation natürlich immer wieder eine Rolle. Dabei stehen viele der Bildbearbeitung eher skeptisch gegenüber. Dabei gehört die Bildbearbeitung bereits von Anfang an zur Fotografie.


Fotografie ist nie frei von Manipulation


Bereits durch die Entscheidung über den festzuhaltenden Moment und die Wahl des Bildausschnitts wird das Bild „manipuliert“, denn der Fotograf entscheidet was überhaupt auf ´zu sehen sein wird. Eine weitere Manipulation wird anschließend durch die Festlegung von Fokuspunkt, Blende, Belichtungszeit und weiteren technischen EInstellungen der Kamera vorgenommen. Die Wahl der Kamera, der Objektive, des Films, des Fotopapiers, der Chemikalien, unglaublich viele Faktoren spielen bei der Bildaufzeichnung eine Rolle. Denkt man allein an die Entscheidung über Schwarzweiss oder Farbe, wird schon klar, wie schnell wir ins Bild eingreifen und es damit manipulieren.

Doch allein durch das Drücken des Auslösers entsteht noch kein Bild. Früher stand vor dem fertigen Bild das belichtete, aber unentwickelte Negativ, seitdem sich die digitale Fotografie in den meisten Bereichen durchgesetzt hat, steht vor dem fertigen Bild die unentwickelte RAW Datei. In beiden Fällen muss aus den aufgezeichneten „Daten“ zunächst ein Bild entwickelt werden. Zu analogen Zeiten stand der Fotograf in der Dunkelkammer und entwickelte zunächst das Negativ und darauß im Anschluss das Foto. Die Einflussmöglichkeiten waren schon damals nicht geringer als heute. Heutzutage schließt sich der Fotograf nicht mehr für Stunden in einen abgedunkelten Raum ein, die digitale Bildbearbeitung hat vieles vereinfacht, aber nur wenige Photoshop-Funktionen sind tatsächlich neu, vieles war bereits zu den Anfängen der Fotografie möglich und wurde auch gemacht.

Die Bildbearbeitung oder auch die Bildmanipulation ist also fest mit der Fotografie verbunden, natürlich in unterschiedlicher Intensität. In manchen Fällen geht es um kleinere Schönheitsreparaturen, manchmal geht es darum Beschädigungen des Originals zu reparieren und in einigen Fällen auch um gezielte veränderung einer Bildaussage.


Die Geschichte der Bildbearbeitung


Als Louise Daguerre 1839 sein Bild vom „Boulevard du Temple“ veröffentlichte und damit den offiziellen Startpunkt für die Fotografie setzte, war es sehr schnell üblich mit Kohle die Kontrastlinien des Bildes nachzuzeichen und Kontraste zu verändern. Flächen wurden geschwärzt oder Inhalte gar ausradiert, bevor dann ein Papierabzug erstellt wurde.

Bereits 1855 wurden bei der zweiten Weltausstellung in Paris die Möglichkeiten der Bildretusche bei Portraits vorgestellt. Es konnten geschlossene Augen durch die Möglichkeiten der Manipulation am Negativ so dargestellt werden, dass sie wieder geöffnet waren, Köpfe ausgetauscht und Inhalte der Bilder verändert werden. Bei Photoshop arbeiten wir heute mit Ebenen, in der Geschichte arbeitete man mit Doppelbelichtungen und Negativüberlagerungen, um gezielte Bildkompositionen zu erstellen. Es gab eine Vielzahl von Möglichkeiten.

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Complete Self-Instructing Library Of Practical Photography


Der Fotograf J.B. Schriever schrieb 1868 (veröffentlicht 1908) ein umfassendes Werk mit dem Titel „Complete Self-Instructing Library Of Practical Photography“. Ein zentrales Werk der Fotografietechnik mit Anleitungen zur Lichtsetzung, Bildaufbauf und Hinweisen zu Problemstellungen.

Im zweiten Band „Negative developing and after-manipulation“ werden grundlegende Techniken zu Bildmanipulation dargestellt und beschrieben. Keine 100 Jahre nachdem die Fotografie ihre ersten Schritte machte, gehörte die Manipulation und Bildretusche direkt am Negativ bereits fest zum Repertoire der Fotografen.

Schriever beschreibt in seinem Werk verschriedene Techniken, wie das Bemale und das Radieren von Negativen, Schönheitsretuschen bei Portraits und auch weitergehende Techniken, um beispielsweise aus einem Portrait eine Büste zu machen.


Gezielte Manipulation zur Meinungsbildung


Es dauerte auch nicht lange, bis Bilder gezielt verändert wurden, um politische Meinungen zu bilden und Berichterstattungen gezielt zu verfälschen. Menschen vertrauen ihren Augen und wenn es ein Bild gibt, dann „muss“ das auch so gewesen sein.

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Dieser meist politisch motivierten Manipulation verdankt die Bildbearbeitung ihren schlechten Ruf. Ob absichtlich verfälscht, um die Bildaussage zu verändern oder einfach nur aufgehübscht, um technische Fehler zu korrigieren bzw. physikalische Grenzen zu überwinden, bereits vom Begin der Fotografie an, waren die Möglichkeiten der Bildmanipulation vielfältig und wurden auch immer genutzt. Die digitale Technik hat diese Möglichkeiten lediglich vereinfacht!

 

Fotografieren lernen, sehen lernen! – Teil 2

Im ersten Teil dieses Artikels habe ich Euch etwas über die Unterschiede zwischen unserer Art zu sehen und der Art, wie die Kamera sieht, erklärt. Ihr habt erfahren, dass wir nur einen kleinen Teil unseres Sichtfeldes tatsächlich zum alltäglichen Sehen nutzen und Eure Kamera deutlich flexibler in der Gestaltung ihres Sehvermögens ist, als das menschliche Auge.

Wir sehen nicht nur, wir erleben!

Das Sehen ist nur die eine Seite dessen, wie Bilder in unserem Kopf entstehen, das eigentliche Bild entsteht durch viele „Einzelaufnahmen“, doch bevor diese wirklich als Bild in Eurem Kopf zusammengesetzt werden, werden sie durch unsere Wahrnehmung gefiltert!

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Anders als unsere Kamera, erleben wir den Moment, den wir festhalten wollen. Wir nehmen ihn mit all unseren Sinnen ganzheitlich wahr. Wir sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen, interpretieren, vergleichen Erinnerungen und Erwartungen, wir freuen uns oder sind traurig, wir bewerten die Situation anhand von gelernten und erlebten Dingen, aber wir vergessen auch, verdrängen und filtern unwichtiges einfach aus.

Unserer Kamera hingegen steht nur der „Sehsinn“ zur Verfügung, anhand ihrer technischen Parameter und einprogrammierten Algorhythmen „bewertet“ sie das gesehene und erstellt Euch ein Vorschaubild.


Die menschliche Wahrnehmungssperre

Doch unsere Wahrnehmung wird auch stark gefiltert, da unser Gehirn nur eine sehr begrenzte Aufnahmekapazität besitzt, diese Wahrnehmungssperre trainieren wir uns in den ersten Lebenswochen und Monaten an. Dieses Training ist schmerzhaft und laut, denn man weiß heute, dass Säugling aus unerfindlichem Grund schreien, weil sie reizüberflutet sind, ihr Gehirn hat bisher noch nicht gelernt die Umgebung nach wichtigen und unwichtigen Informationen zu filtern.

Tatsächlich landen gerade einmal 20% aller optisch und über andere Sinne aufgenommenen Informationen bewusst in unserer Erinnerung, die restlichen 80% filtern wir heraus, bewerten sie als unwichtig und vergessen sie wieder. Falls ihr selbst testen wollt, wie groß diese Lücke ist, lade ich Euch zu einem Test ein:

  1. Betretet einen Raum den Ihr noch niegewesen seid und nehmt Eure Kamera mit.
  2. Geht hinein und seht Euch nur für eine Sekunde um, in dieser Zeit macht ihr ein weitwinkliges Foto von diesem Raum.
  3. Dreht Euch um und geht wieder raus, nicht noch einmal reinschauen.
  4. Nun wartet ihr 10min. damit sich die Erinnerungen setzen können.
  5. Schnappt Euch einen weißen Zettel und versucht zu zeichnen, was ihr gesehen habt. Es geht nicht um Schönheit, sondern nur darum zu überlegen, was ihr gesehen habt. Schreibt eine kurze Beschreibung des Raums.
  6. Nun schaut Euch Eure Zeichnung und die Beschreibung an und vergleicht das mit dem Detailreichtum des Bildes, welches Eure Kamera gemacht habt.

Ihr werdet feststellen, das die Kamera – ohne Wahrnehmungssperre – ein deutlich detailierteres Bild aufgezeichnet hat, als Eure Erinnerung. Die Kamera ist Eurer Art die Welt zu sehen und zu interpretiere in vielen Dingen unterlegen, doch im reinen Sehen und Erinnern, ist sie Euch überlegen!

Daher ist es um so wichtiger sich möglichst genau auf das zu Fotografierende zu konzentrieren, die Bildränder zu kontrollieren und den Bildausschnitt mit Bedacht zu wählen.


Ein fotografisches Beispiel

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Beispielbild – Kameraaufzeichnung

Sicher kennt ihr das Phänomen, ihr macht ein Bild und irgendwie sieht das nicht so aus, wie Ihr Euch das Bild vorgestellt habt. Irgendwas ist anders, die Stimmung passt nicht, die Farben waren doch anders und warum ist da etwas im Bild, dass ihr Euch nicht erinnern könnt.

Dieses Bild zeigt in der unteren, linken Bildecke die „Heckflosse“ einer vorbeifahrenden Gondel in Venedig, an die ich mich beim Fotografieren nicht erinnern konnte. Ich habe sie am Bildrand nicht wahrgenommen auch wenn sie definitiv da war. Außerdem war das Bild in meiner Erinnerung deutlich farbenfroher, das Boot und der kleine Anlefer direkt am Balkon waren eigentlich mein Hautpmotiv und nicht der riesige Schatten im Hintergrund. Doch auch diesen habe ich so nicht wahrgenommen. Ich hatte mich auf das Boot konzentriert. Da dieses Boot in der Sonne stand, hatten meine Augen sich an die Helligkeit der Umgebung gewöhnt, was die Farbenfrohere Erinnerung erklärt.

Bildbeispiel 2 - So habt ihr das Bild gesehen.

Bildbeispiel – So habt ihr das Bild gesehen.

Denn wie Ihr im ersten Teil gelesen habt, seht Ihr lediglich einen kleinen Bereich des Bildes im zentralen Gesichtsfeld tatsächlich farbig, scharf und dreidimensional.

Ihr habt Euch also nur einen sehr zentralen Bereich des Bildes wirklich angeschaut und bewusst wahrgenommen und nur innerhalb dieses Bereiches entsteht Eure bewusste Erinnerung an das Bild, auch wenn der eigentlich gesehene Bereich größer war.

Eure Wahrnehmung hat das Bild dann zusätzlich noch optimiert und verfälscht. Nach ein paar wunderschönen Urlaubstagen in einer traumhaft schönen Stadt, einem guten Esssen und einem sehr schönen, sonnigen Tag macht ihr einen Schnappschuss.

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Beispielbild – Eure Erinnerung

All Eure Emotionen begleiten Euch in diesem Moment und sorgen dafür, dass Ihr Euch an einen deutlich schöneren Moment erinnert, als er es eigentlich war. Eure Erinnerung optimiert das Bild in Eurem Kopf, damit es dem entspricht, was ihr erlebt habt. Eure Erinnerung zeigt Euch immer eine subjektive Wahrnehmung und kein physikalisch, objektiv korrektes Bild.

Wie ich eingangs erwähnte, hatte ich ein farbenfroheres Bild im Kopf mit dem Boot als zentralem Bestandteil des Fotos.

Das Bild, welches mir also die Kamera geliefert hat, hat einen größeren Ausschnitt und entspricht nicht dem, was ich wahrgenommen habe. Sie hat ein Bild aufgezeichnet, welches den objektiven Ansprüchen eines möglichst guten Bildes entspricht. Hier zeigt sich der große Unterschied zwischen dem was Ihr glaubt zu sehen und dem was Eure Kamera tatsächlich gesehen hat.


Arbeitet mit der Wahrnehmung und nicht dagegen!

Ihr könnt gegen Eure Wahrnehmung nicht arbeiten, sie ist Euch mitgegeben und mit Euch gewachsen. Sie macht Euer Bild im Kopf aus und prägt Eure Erinnerungen und genau deswegen solltet Ihr mit Ihr arbeiten und nicht versuchen dagegen zu arbeiten.

Die Kameraautomatik kann keine Gedanken lesen, sie kennt keine Emotionen und weiß nicht, was für Euch das Bild ausmacht. Aber wenn Ihr Euch beim Fotografieren auf die Bildränder und den Bildaufbau konzentriert, alle Inhalte aus dem Bild herauslasst, die für Eure Bildaussage nicht wichtig sind und Euch nur auf das konzentriert, was ihr für Eure Geschichte braucht, dann werden Eure Bilder besser und ihr helft Eurer Kamera das Bild besser einzuschätzen.

Bildentwicklung

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Bildbeispiel – Bildentwicklung

Im zweiten Schritt ist wird es notwendig sein das Bild einer Bildentwicklung zu unterziehen, denn wie ich Euch bereits im ersten Teil beschrieben habe, ist die Bildbearbeitung ein zwingender Bestandteil der Fotografie.

Einen Bildausschnitt im Nachhinein größer zu machen ist natürlich nicht möglich, aber verkleinern geht schon, allerdings auch nur begrenzt.

Wichtiger ist es, technische Fehler und Fehleinschätzungen der Kamera zu korrigieren und das Bild so zu gestalten, dass es das zeigt, an das Ihr Euch erinnert! Nur so, entsteht am Ende das Bild, das Ihr eigentlich haben wolltet. Mehr dazu, im Artikel zum Thema „Bildbearbeitung.“